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Bulgarische Küche

Die bulgarische Küche wird zur Balkanküche gezählt und basiert auf dem Getreide, das in der Donauebene angebaut wird, so Weizen und Mais, im Süden des Landes aber auch Reis. Ebenso wie andere Balkanländer der Halbinsel wurde auch Bulgarien stark vom Osmanischen Reich beeinflusst. Für die bulgarische Küche sehr wichtig ist die Viehzucht, hauptsächlich werden Rinder und Schweine gezüchtet, es gibt aber auch Wasserbüffel.

Des Weiteren ist auch die Vegetation wichtig, hier wachsen Mandelbäume, es gibt Feigen, Erdnüsse, Esskastanien, Walnüsse und die wichtigste Obstsorte ist die Aprikose. Obwohl Bulgarien am Meer liegt und die Gewässer auch sehr fischreich sind, spielt dieser Meeresbewohner in der bulgarischen Küche nur eine sehr untergeordnete Rolle. Wo dieser geringe Fischkonsum herrührt, ist nicht bekannt.

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Zutaten

In der bulgarischen Küche ist Joghurt sehr beliebt, er ist eines der bevorzugten Nahrungsmittel. Der bulgarische Joghurt hat eine einzigartige Bakterienkultur, die Lactobacillus bulgaricus, durch die er weltbekannt ist. Ungefähr zwei Drittel der produzierten Milchmenge werden zu diesem Joghurt verarbeitet. Besondere Spezialitäten sind Joghurt aus Schafsmilch oder Büffelmilch. Auf dem Gebiet des heutigen Bulgariens wurde schon um 700 Milch fermentiert, um „katuk“ herzustellen, ein gesäuertes Milcherzeugnis, das lange haltbar ist.

In der bulgarischen Küche ist Sonnenblumenöl heute das wichtigste Speiseöl, wobei früher auch Sesamöl und Walnussöl in der Küche verwendet wurden. Im Allgemeinen versucht man in der bulgarischen Küche, auf tierisches Fett zu verzichten, vor der Zubereitung wird das Fleisch auch gewissenhaft von allem Fett befreit, nur manche Gerichte werden mit Butter oder Schmalz zubereitet.

Die Zutaten der Speisen unterliegen einem saisonalen Wechsel, im Frühling werden Zwiebeln, Knoblauch, Spinat, Erbsen und andere frische Gemüse, sowie Lammfleisch verwendet, während man im Winter eher auf das Fleisch älterer Tiere zurückgreift, ebenso wie auf Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Kraut, Sauerkraut, Pflaumen, getrocknete Aprikosen und Kastanien. Eine Kombination von Lammfleisch mit Wintergemüse gilt in der bulgarischen Küche als unpassend.

Gerichte und Gebräuche

Fast jede Mahlzeit der bulgarischen Küche wird mit einer kalten Suppe oder mit einem Schopska-Salat begonnen. Die kalte Suppe, die Tarator, ist ein typisch bulgarisches Gericht, auf das man auf keinen Fall verzichten sollte. Der Schopska-Salat besteht aus Tomaten, Gurke, Paprika, Zwiebeln, Gewürzen und Schafskäse. Auf jeden Fall wird bereits zur Vorspeise ein echter bulgarischer Schnaps in 0,1 Liter Gläsern gereicht. Bei der Hauptspeise dominieren Fleischgerichte, wobei das Fleisch hierbei entweder gegrillt oder gebraten wird und es wird in der Regel viel Brot dazu gereicht. Typische Gerichte sind Kebaptscheta (Hackfleischröllchen mit vielen Gewürzen), Lozovi i selevi sarmi (Rouladen aus Wein-und Sauerkrautblättern mit Reis und Hackfleisch), Kavarma (Hammel- oder Schweinsgulasch mit Gemüse und Tomatenmark im Tontopf serviert) und Giuvetsch (im Topf gebackene Mischung verschiedener Gemüse mit Fleisch und Kartoffeln).

Der Schnaps gehört in Bulgarien sowohl an den Anfang, wie auch an das Ende einer Mahlzeit, gerne wird hier der Rakia aus Weintrauben, Pflaumen oder Aprikosen gebrannt.